Es begann auf einer Messe in den Niederlanden.
Die Geschichte begann auf einer Gartenbaumesse in den Niederlanden. Dort stießen wir auf einen Roboter, der von einem ungarischen Unternehmen vertrieben wurde, und sahen sofort das Potenzial darin. Die Technologie weckte unsere Aufmerksamkeit vor allem deshalb, weil sie Arbeitsabläufe ermöglichte, bei denen Präzision und eine gleichmäßige Arbeitsweise besonders wichtig sind. Das deckte sich genau mit dem, was wir brauchten. Wir hatten eine konkrete Fläche, auf der wir mit sehr streng vorgegebenen Pflanzabständen arbeiten mussten. Wir suchten nach einer Lösung, mit der sich die Standorte der Setzlinge so präzise wie möglich bestimmen und vorbereiten lassen.
Die auf der Messe gesehene Technologie brachte uns auf einen Gedanken: Was wäre, wenn wir dies auch in der Aufforstung anwenden könnten?
Für die Maschine bestellten wir später auch einen für unsere Arbeit passenden Fräskopf aus Österreich. So entwickelte sich schrittweise jene Lösung, die wir heute bei unseren Aufforstungsarbeiten einsetzen.
Wenn die Fläche die Regeln vorgibt
Wir hatten Flächen, auf denen wir mit im Voraus exakt festgelegten Pflanzabständen arbeiten mussten. In solchen Fällen kommt es nicht nur darauf an, wie viele Setzlinge in den Boden kommen, sondern auch darauf, wo genau sie platziert werden.
Durch menschliche Arbeit können natürlich sehr vielfältige Aufforstungsaufgaben erledigt werden. Im Gelände kann die Präzision der Arbeit jedoch durch zahlreiche Faktoren beeinflusst werden. Die Geländeverhältnisse, das Arbeitstempo, lange Arbeitstage und die durch menschliche Arbeit bedingten natürlichen Abweichungen führen dazu, dass nicht jeder einzelne Pflanzpunkt mit exakt derselben Genauigkeit bestimmt werden kann. Eine kleine Abweichung für sich allein mag nicht viel bedeuten. Auf einer größeren Fläche bei mehreren Tausend Setzlingen können sich diese Abweichungen jedoch summieren. Und bei uns waren die Fläche sowie die Abstände vorgegeben, und die Anforderung war eindeutig: Wir wollten präziser arbeiten.
In diesem Moment begann die robotisierte Lösung für uns wirklich Sinn zu ergeben.
Nicht anstelle des Menschen
Bei der Einführung des Roboters ging es uns nicht um die Frage, ob er den Menschen ersetzt. Vielmehr ging es darum, welchen Arbeitsschritt er effizienter und präziser ausführen kann. Die Aufforstung bleibt weiterhin eine Arbeit, die Fachwissen, Erfahrung und Präsenz im Gelände erfordert. Der Roboter ersetzt dieses Wissen nicht, sondern gibt uns ein Werkzeug an die Hand, das bei bestimmten Aufgaben eine höhere Präzision und gleichmäßigere Arbeitsweise ermöglicht. Er kann sich auf der programmierten Fläche autonom bewegen und arbeitet nach einem vordefinierten System.
Seine wichtigste Aufgabe ist bei uns nicht das Einpflanzen des Setzlings selbst. Der Roboter bereitet den Pflanzplatz für die Setzlinge vor. Er kann bis zu vier Pflanzlöcher gleichzeitig anlegen und erfasst dabei mithilfe von GPS den genauen Einsatzort. Das mag auf den ersten Blick wie ein rein technisches Detail wirken. In der Praxis ist dies jedoch genau eine der Eigenschaften, die ihn für uns so interessant machen.
Was kann er wirklich?
Das Besondere an dem Roboter ist für uns, dass mehrere technologische Lösungen in einem einzigen Arbeitsablauf zusammenwirken.
• Er kann sich auf der programmierten Fläche autonom bewegen,
• bis zu 24 Stunden durchgehend arbeiten,
• führt die Arbeit nach einem vordefinierten System aus,
• kann bis zu vier Pflanzlöcher gleichzeitig anlegen,
• erfasst den Arbeitsort mithilfe von GPS,
• überwacht Höhen- und Neigungsunterschiede des Geländes,
• erkennt Hindernisse auf seinem Weg und bewältigt sie,
• lässt sich auch aus der Ferne steuern,
• Kameras und Sensoren unterstützen seinen Betrieb,
• zerkleinert mithilfe des Fräskopfs die auf der Fläche vorhandene Vegetation, Unkräuter und sonstige krautige Pflanzen,
• die Arbeitsabläufe können im Voraus festgelegt werden,
• und er ermöglicht bei der Feldarbeit eine Präzision, die bei manueller Arbeit schwer dauerhaft aufrechtzuerhalten ist.
Die Technologie ersetzt nicht die Praxiserfahrung im Gelände
Der Wald entsteht nach wie vor vor Ort im Gelände. Der richtige Setzling muss ausgewählt werden. Die Fläche muss vermessen und vorbereitet werden. Das passende Pflanzsystem muss bestimmt und die Arbeit durchgeführt werden, gefolgt von einer späteren Kontrolle und Pflege. Dafür werden weiterhin Fachleute benötigt.
Die Technologie ersetzt hierbei nicht das Fachwissen. Sie ergänzt es.
Auch die Robotisierung ist für uns kein Selbstzweck. Das Ziel ist es, präziser, organisierter und effizienter arbeiten zu können – und zwar so, dass die praktische Erfahrung vor Ort und die menschliche Fachkompetenz weiterhin ein fester Bestandteil unserer Arbeit bleiben.
Denn letztendlich ist nicht der Roboter das Wichtigste. Sondern was in den Boden kommt, wo es platziert wird und was für ein Wald in Jahrzehnten daraus wachsen wird.